Horst Schreiber: Die Lager von Schwaz 1944–1988

NS-Zwangsarbeiterlager, Entnazifizierungslager Oradour, Flüchtlingslager St. Margarethen, Armenlager Märzensiedlung

Neuerscheinung 2023: Band 30 der Studien zu Geschichte und Politik der Michael-Gaismair-Gesellschaft, hg. von Horst Schreiber

944 bauten die Nationalsozialisten zwei Kilometer im Inneren des Bergwerks der Stadt Schwaz eine Fabrik. Ausländische Zwangsarbeiter fertigten in dieser Messerschmitthalle Teile des Düsenjägers Me 262.

In eines der Schwazer Zwangsarbeiterlager sperrte die französische Militärregierung ehemalige Nazis ein. Sie nannte das Lager „Oradour“, nach jenem Ort, wo die SS hunderte Menschen ermordet hatte.

1948 bevölkerten Vertriebene und Geflüchtete das Lager, ab Herbst 1954 randständige, wohnungslose und armutsbetroffene Menschen. Aus „Oradour“ wurde St. Margarethen, aus dem Flüchtlingslager die Märzensiedlung: ein Schandfleck vor den Toren der Kulturstadt Schwaz. 1988 entfernte ihn die Gemeinde – 44 Jahre nach dem Erstbezug des Lagers in der NS-Zeit.

Die Lager stehen nicht mehr, die Erinnerungen verblassen, die Erzählungen stocken, was bleibt, sind Gerüchte. Das Buch von Horst Schreiber stärkt das Gedächtnis und ermutigt zu sprechen. Nicht nur über die Nazizeit.

Inhalt und Einleitung

Zeitstrahl

Buchpräsentation Mittwoch, 13. September 2023, 19 Uhr, Mathoi-Haus, Innsbrucker Str. 17, 6130 Schwaz

Buchpräsentation mit Musik: Kathman Duo – Katharina Schwärzer (Geige, Stimme) und Stefan Manges (Akkordeon, Stimme): Donnerstag, 19. Oktober 2023, 19 Uhr, Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstraße 15, 6020 Innsbruck