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Im Zuge der jüngsten öffentlichen Diskussion über die Zeit des Nationalsozialismus
und die Enteignung jüdischen Vermögens begann eine Schulklasse am Innsbrucker
Abendgymnasium Standorte ehemals jüdischer Geschäfte in Innsbruck zu lokalisieren
und das Schicksal der FirmengründerInnen und ihrer Familien zu erforschen. In Teams
begaben sie sich ins Innsbrucker Stadtarchiv, um Foto- und Bildmaterial zu suchen
und erhielten in der Tiroler Wirtschaftskammer auch Einblick in den alten
Firmenzentralkataster. Im Landesmuseum Ferdinandeum wurden die Zettelkataloge
nach Namen, Straßen, Zeitschriftenartikeln, Firmenkorrespondenz und Prospekten
durchstöbert. Eine größere Gruppe begab sich in die Universitätsbibliothek, um
in diversen Zeitungen nach Annoncen, Arisierungs- und Todesanzeigen zu suchen.
Zwei Studierende machten sich auf den Weg, die nicht immer leicht zu eruierenden
Standorte jüdischer Geschäfte zu fotografieren.
Neben einer kurzen und prägnanten Darstellung des biographischen Hintergrundes
und des Schicksals der jüdischen FirmengründerInnen und ihrer Familien findet
man zu insgesamt 39 Innsbrucker Geschäften besonders umfangreiches und
anschauliches Bildmaterial, das sich aus Fotos von damals und heute sowie
historischen Plakaten, Postkarten, Werbungen und Annoncen zusammensetzt.
Die LeserInnen erfahren die Standorte jüdischer Betriebe und sehen, wie sich
diese heute präsentieren. So werden historische Veränderungen im Stadtbild und
die durch die NS-Terrorherrschaft ausgelösten Brüche bewusst und deutlich sichtbar
gemacht, zumal öffentliche Erinnerungszeichen immer noch weitgehend fehlen. |
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