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Die Autorin beschreibt die politische Entwicklung Osttirols von 1945 bis 1990 aus dem Blickwinkel einer
politischen Minderheit, der SPÖ. In Schwerpunkten zeichnet sie das Bild einer Partei, die angesichts der
hier übermächtigen ÖVP und des bäuerlichen, katholischen Umfelds als politische Außenseiterin in die
Zweite Republik startete. In einer quellenreichen Analyse präsentiert sie zu Beginn den Prozess der
Entnazifizierung auf der politischen Ebene in Osttirol, in dem sich alle Parteien die Hypothek aufluden,
zu rasch die Menschen, die ihr Heil im Nationalsozialismus gesucht hatten, zu pardonieren und zu integrieren.
Eingebettet in die Entwicklungen Gesamttirols entsteht dann das Bild einer Partei,
die in zäher Arbeit bei Nationalrats-, Landtags- und Gemeinderatswahlen bis Ende
der 1960er Jahre trotz der für sie verheerenden ökonomischen Gegebenheiten und des
politischen Drucks der ÖVP ihren Einflussbereich über die Bezirkshauptstadt Lienz hinaus in die Täler ausdehnte.
Einhergehend mit der Modernisierung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse
sowie der weltanschaulichen Liberalisierung der SPÖ setzte in den Kreisky-Jahren der
schleichende Niedergang ein, der ihr in Osttirol weiterhin die Rolle einer politischen Minderheit zuwies.
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